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Ultras sind die wohl größte Jugendbewegung der Welt und sind mittlerweile nicht nur im Fußball vertreten. Bei den Ultras handelt es sich um eine heterogene Bewegung. Es gibt große nationale Unterschiede und auch zwischen den jeweiligen Szenen unterscheiden sie sich teils hinsichtlich der Altersstruktur, der Art der Unterstützung, der politischen Überzeugungen und der Akzeptanz von Gewalt.

Die Anfänge

Die Ultra-Bewegung hat seine Anfänge in den 1950er/1960er Jahren in Italien um genauer zu sein in Turin. In Italien organisierten sich Fans in Gruppen um gemeinsam ihre Mannschaft zu unterstützen. Die Anhänger des AC Torino ebenfalls, als nach einer Niederlage der Schiedsrichter bis zum Flughafen verfolgt wurde, bezeichnete ein Zeitung diese erstmals als “Ultras”. Bei Ultras handelt es sich um fanatische Anhänger, deren Ziel es ist, ihren Verein „immer und überall bestmöglich zu unterstützen“.

Welche Ultragruppierung genau die erste Gruppe war, lässt sich nicht genau feststellen und wird bis heute in der Ultraszene heftig diskutiert. Die Ultras Fedelissimi Granata (1951) aus Turin und die Ultras Sant Alberto aus Genua gehörten jedenfalls mit zu den ersten Gruppen. Rasch gründeten sich auch in anderen Stadien des Landes Gruppen. Die Fossa die Leoni des AC Mailand legten als erstes für sich ein Manifest mit Regeln fest. Dies geschah im Jahr 1968 und viele andere Ultra-Gruppen orientierten sich in Italien danach. Nach dem Manifest der Fossas sollten Ultras unter anderem autonom von Vereinen, Verbänden, Polizei und anderen Autoritäten sein und um die Eigenständigkeit zu schützen, sich selbst finanzieren durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. In den Spitzenzeiten schaffte es manche Gruppe 10.000 Mitglieder zu vereinen.


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Die ersten Ultras in Deutschland waren die Fortuna Eagles 1986 aus Köln. Ab den 2000ern wuchsen insbesondere im deutschsprachigen Raum Ultragruppen explosionsartig und auch in vielen anderen europäischen Ländern wuchs die Bewegung. Die Stimmung wurde von den Ultras in den Stadien organisiert und auch optisch wurde es in den Stadien immer bunter. Es wurden große Choreographien hergestellt und mit Pyrotechnik wurde nicht gespart. Ultras sind aus den Stadien nicht mehr wegzudenken. 

Ultras gegen den DFB/DFL

Nachdem der Spalt zwischen der deutschen Ultra-Bewegung und DFB immer größer wurde, erklärte die Ultraszene „Ultras Dynamo“ im Juni 2017 dem DFB den „Krieg“. Im Armee-Outfit zogen rund 2.000 Dresdner durch Karlsruhe, zündeten Feuerwerkskörper, stürmten das Stadion und hielten ein Banner mit der Aufschrift „Krieg dem DFB“. Während die Aktion der Dresdner aufgrund des martialischen Auftritts stark kritisiert wurde, folgten am kommenden Spieltag über 30 Bekundungen anderer Ultraszenen, die dem Deutschen Fußballbund ebenfalls dem Krieg erklärten.

In den 2000er-Jahren gab es bereits bundesweite Kampagnen der deutschen Ultra-Bewegung. Nach der Kampagne Pro15:30, der Fandemonstration zum Confederations Cup 2005 und der mehrere Jahre währenden Zusammenarbeit unter dem Label Zum Erhalt der Fankultur galt die Dresdner Initiative 2017 als Neubeginn der Vernetzung in Deutschland. Eine Vielzahl der Ultraszenen (über 50 Stück) suchten das Gespräch, um einen gemeinsamen Protest zu organisieren. Die Treffen, die selbst mit untereinander verfeindeten Szenen stattfanden, waren in Deutschland bisher äußerst selten. Die Ultraszenen einigten sich auf Themen, wie die Aufklärung des sogenannten Sommermärchens 2006, das Ende der Spieltagszerstückelung, fangerechte Anstoßzeiten, Abschaffung von Kollektivstrafen, ein Ende der Korruption, den Erhalt der 50+1-Regel, eine Transparenz des Sportgerichts und ein Ende der Eventisierung.

Nach diesen Absprachen folgte in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde im August 2017 bundesweit ein ähnlich lautender Protest gegen den Verband. In 28 Pokalspielen folgten 32 Proteste. Der Druck auf den DFB wurde so groß, dass der DFB noch im August 2017 verkündete, bis auf Weiteres auf Kollektivstrafen zu verzichten und einen „dieses mal ernst gemeinten Dialog“ anbot. Der Dialog wurde im August 2018 von Seiten Ultras aufgekündigt. Nachdem der DFB in den Gesprächen Informationen zu den neuen Montagsspielen in der 3. Liga verheimlichte.

Die Schattenseiten

Immer wieder geraten Ultras wegen Gewalt in die Schlagzeilen. Oft kommt es zu Schlägereien zwischen verschiedenen Fangruppen und zu Diebstahl von Fanmaterialien. Viele Ultras sind der Gewalt nicht abgeneigt, anders als bei Hooligans steht diese nicht im Vordergrund. Die optische und gesangliche Unterstützung der Mannschaft ist das wichtigste. Wir möchten hier ausdrücklich nicht die Pyro-Aktionen nennen. Solange diese im Block bleiben sind diese für uns völlig in Ordnung.


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